Bio-Seide ANA & ANDA

Die "nachhaltige eleganz" feierte 2015 5jähriges Jubiläum!
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fair gehandelte Bio-Seide

Die Herstellung von Bio-Seide

Was ist eigentlich das Besondere an Bio-Seide? Seide ist doch eh ein Naturprodukt!

Die Herstellung von Seide ist äußerst komplex und kompliziert - aber in China doch seit über 5000 Jahren bekannt! Viele Legenden ranken sich um die Entdeckung der Seide. Tatsache ist, dass die Seidenproduktion schon bei den Maulbeerbäumen beginnt. Denn die Raupe des Seidenspinners frisst einzig und allein die Maulbeerbaumblätter. Und sie ist es, die am Ende den Seiden-Kokon spinnt, aus dem die Seide hergestellt wird.

Bio-Seide kann also nur entstehen, wenn schon die Maulbeerbaumplantagen nach ökologischen Richtlinien gepflegt werden. Nur Laub ohne Pestizidbelastung darf bei der Bio-Seiden-Herstellung als Futter für die Raupen verwendet werden. Das kommt auch den Menschen zugute, die auf den Plantagen arbeiten und somit nicht mit den Pestiziden in Berührung kommen.

Die Raupen müssen dann sorgfältig von Hand gefüttert werden - und zwar mit den zerkleinerten Maulbeerblättern. Der Seidenspinner, der uns die sogenannte "Zucht-Seide" liefert, ist nämlich im Laufe der Jahrtausende zu einer eigenen "Haustierrasse" geworden, die es in freier Wildbahn nicht gibt. Er kann nur in menschlicher Obhut überleben und braucht eine sehr sorgfältige Pflege.

Die Raupen vertragen weder Temperaturschwankungen, noch Erschütterungen oder Zugluft. Sie müssen in geschlossenen Räumen gehalten werden und können zu Beginn das Futter eben nur zerkleinert zu sich nehmen. Eine Seidenraupe lebt etwa 40 Tage. Zu Beginn braucht sie 1,5 Gramm Futter pro Tag, am Ende 200 Gramm! In dieser Zeit häutet sie sich viermal. Jedesmal muss sie danach sorgfältig umgebettet werden. Bei der Herstellung von Bio-Seide muss besonders vorsichtig auf kranke Tiere geachtet werden, denn die Raupen dürfen nicht mit Medikamenten besprüht werden.

Am Ende verpuppt sich die Raupe. Dafür produziert sie mit einer Drüse am Kopf den Seidenfaden und umhüllt sich mit einem daraus gesponnenen Kokon. Der Seidenfaden wird dabei etwa 3km lang!

Im Inneren des Seiden-Kokons hat sich die Raupe nun in eine Puppe verwandelt. Die häufig wiederholte Behauptung, für die Gewinnung der Seide würden die Seidenraupen gekocht, ist so nicht richtig. Eine Puppe ist ein Stadium zwischen Raupe und Falter, in dem nach und nach alle Raupenorgane abgebaut werden und ein fast vollständiger körperlicher Umbau stattfindet. Gekocht werden die Seiden-Kokons also nicht, um die Raupen zu töten, sondern um den Leim zu lösen, mit dem die Raupe den Seidenfaden zum Kokon geklebt hat. Dadurch wird die Weiterentwicklung der Puppe zum Falter natürlich unmöglich. Würde das Reifen des Falters aber abgewartet, würde er den Kokon beim Schlüpfen durchbeißen und so die Herstellung von Zucht-Seide unmöglich machen.

Wird das Schlüpfen aus dem Seiden-Kokon abgewartet, schält sich ein weißer, behaarter Falter aus dem Kokon. Er ist blind, taub und flugunfähig. Damit die Weiterzucht gelingt, müssen Weibchen und Männchen von menschlicher Hand zusammengebracht werden. Das Männchen stirbt schon am ersten Tag seines Lebens kurz nach der Paarung. Das Weibchen lebt noch sieben Tage bis zur Eiablage, kann in dieser Zeit aber weder essen noch trinken, weil es ohne Mundwerkzeuge ist. Nach der Eiablage stirbt es ebenfalls.

Bio-Seide entsteht also zunächst durch Bio-Maulbeerbaumblätter und das Verbot von Medikamenten in der Raupenzucht. In der Weiterverarbeitung des Seidenfadens aber kommt es nun erst zu den richtig großen Unterschieden zur konventionellen Seide. Denn auf dem Weltmarkt wird Seide nach dem Gewicht bezahlt. Bei der Entfernung des Leims aus dem Kokon geht aber schon ganz viel Gewicht verloren.

Also wird Seide normalerweise "erschwert". Das bedeutet, dass sie mit Schwermetallen und Kunstharzen behandelt wird. Das sind z.B. die Metallsalze Zinnchlorid, Natriumphosphat und Wasserglas, die Haut, Augen, Schleimhäute und Atemwege reizen. Aus Kunstharzen tritt z.T. Formaldehyd aus. Die Arbeitenden in der Seidenherstellung sind diesen Stoffen oft schutzlos ausgeliefert. Später wird die Seide dann, wie viele andere Stoffe auch, "ausgerüstet": Chemikalien sorgen für Knitterfreiheit, Schmutzabweisung, bessere Farbhaftung usw. Alles das tragen wir später auf der Haut.

Bei der Herstellung von Bio-Seide ist das alles verboten. Deshalb erzielt der Hersteller von Bio-Seide weniger Gewinn, bzw. er muss die Preise erhöhen. Dafür ist Bio-Seide aber qualitativ viel wertvoller und robuster.

Bio-Seide allein war uns aber nicht genug. Auch die Menschen, die für die Herstellung der Bio-Seide arbeiten, sollen ein gutes Leben führen und fair bezahlt werden. Durch das Herstellen von Bio-Seide haben sie bereits den großen Vorteil, keinen Giften ausgesetzt zu werden. Im Bio-Seiden-Projekt von Alkena werden die Menschen aber auch anständig bezahlt. Dafür garantiert das GOTS-Zertifikat für die Bio-Seide.

Für Privatpersonen mit kleinem Verbrauch bieten wir Bio-Seide in allen Farben auch als Meterware an:

Zur Meterware Bio-Seide Habotai 08

Zur Meterware Bio-Seidensatin 16

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bombyx mori - Kokon, Puppe, Falter

Seidenkokon

Seidenkokon

Seidenkokon

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Bio-Seide Satin